Morgel findet einen neuen Freund

Autor: Jens K. Carl

Es ist ein schöner kühler Frühsommermorgen. Nebelschleier ziehen über den Teich. Die ersten Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durch den dichten Wald und zeichnen schöne Figuren auf das Wasser. Kiefernduft und nasses Holz ist zu riechen. Allerlei Vögel zwitschern und Frösche quaken.

Aus der Ferne ist plötzlich ein lustiges Pfeifen zu hören. Es kommt näher. Ein nur mit einem spitzen Hut bekleidetes kleines Männchen kommt aus dem dichten Wald daher und ist auf dem Weg zum Wasser. Es will sich dort die Zähne putzen und frisch machen. Das Pfeifen wird immer wieder durch ein Grummeln oder Aua unterbrochen. Immer dann, wenn das Männchen barfüßig auf einen trockenen Ast oder Kuhmutschen tritt.

Gut gelaunt am Teich angekommen, ist plötzlich ein Krachen, Stöhnen und Platschen zu vernehmen. Unser kleiner Waldkobold ist am Ufer auf dem feuchten Boden ausgerutscht und kurzerhand an der schmalen Uferböschung ins Wasser geplatscht. Nur der große Hut schaut noch raus. »Autsch mein Po!«, ruft er, »Maners-eyers-duers, ist das heute glatt hier.«

Sich fast kugelnd vor Lachen wälzt ein junges Rehkitz am Ufer herum.
»Das ist wohl lustig? Passe nur auf, dass ich dich nicht…, ach was, es ist ja sicher urst komisch, mich hier so zu sehen. Wer bist du?«, fragt der Kobold das Kitz, »Wie heißt du? Bist du neu hier? Habe dich hier noch nie gesehen.«
»Ich? Meinst du mich?«, fragt das Kitz zurück, »Ich weiß nicht, muss man denn irgendwie heißen.«
»Jeder hat einen Namen«, sagt der Waldkobold und erhebt sich aus dem Wasser, »mein Name ist Orgu-Telas. … Munk Orgu-Telas
»Echt?«, fragt das Rehkitz zurück, »Munk Or… was? Das kann man ja gar nicht aussprechen, geschweige dennoch sich merken. Mich nennt meine Mutter einfach Rehkitz.«
»Wie einfallsreich«, antwortet der Kobold und fängt an, sich die Zähne zu putzen.

Mit der Zahnbürste im Mund stammelt er weiter: »Du hast mir noch nicht gesagt, wo du herkommst.«
»Ich weiß nicht. Wir sind seit einigen Tagen unterwegs. Meine Mutter sagt, um ein ruhiges Plätzchen zu finden. Was auch immer das bedeutet«, erwidert das Rehkitz.
»Ein ruhiges Plätzchen habt ihr ja jetzt gefunden. Hier ist es ruhig, hier seid ihr sicher.«, so der Kobold.

Morgelgeschichten - Rehkitz und Gertrud

»Wo sind wir hier eigentlich?«, fragt das Rehkitz ganz erleichtert.
»Hier bist du in Thüringen«, antwortet der Waldkobold, »besser gesagt im Thüringer Wald. Dieser Teich heißt Komstkochteich, den Bach nennt man Badewasser.«
»Weil du darin badest?«, feigst das Kitz.
»Komst mit Soße!«, widerspricht der Kobold, nimmt sogleich einen großen Schluck Wasser in den Mund, gurgelt, spült und spuckt alles im hohen Bogen in den Teich. »Fertig!«

Nach einiger Zeit meldet sich das Rehkitz wieder zu Wort: »Also da muss man doch was machen, du brauchst einen richtig guten Namen.«
»Wofür?«, fragt der Kobold.
»Lass mich mal nachdenken … Mu-or-te … oder Morg-ut … oder Morgel, das ist es, ich nenne dich in Zukunft Morgel, passt irgendwie zu dir. Du siehst nämlich aus wie einer.«, fügt das Kitz hinzu.
»Morgel? … Nun ja … ich weiß nicht … meinst Du?«, erwidert fragend der Kobold, »Na gut, du darfst mich gern Morgel nennen, obwohl ich gar nicht weiß, wie man als Morgel aussieht. Woher willst du das denn wissen?«
»Das will ich aber auch!«, ruft Gunther der Specht, ein schwatzhafter und neugieriger Zeitgenosse, dazwischen, »Wir werden dich alle in Zukunft nur noch Morgel nennen.«

Morgelgeschichten - Gunther der Specht

»Du hast mir noch gefehlt, Specht. Na jetzt hast du was angerichtet. Jetzt habe ich diesen Namen wohl für immer weg«, brummt der Kobold in Richtung des Rehkitzes, »aber was soll’s, mir gefällt der Name Morgel eigentlich auch. Nun genug des Redens, ich muss mich noch etwas waschen und dann nach den Futterkrippen sehen, damit genügend Heu und Wasser bereit steht. Wollt ihr mir helfen?«
„Sehr gern!«, rufen das Kitz und der Specht im Chor.

Gemeinsam füllen die drei alle Futterkrippen und die Wassertröge in Windeseile auf und legen Lecksteine aus Salz aus.
»Wofür sind diese Krippen denn da?«,fragt das Rehkitz.
»Das ist einfach zu beantworten«, sagt Gunther der Specht, »hier können sich alle Waldbewohner satt essen und frisches Wasser trinken.«
»Ich auch«, fragt das Rehkitz verwundert nach.
»Ja, du auch«, antwortet der Morgel, »alle, die hier vorüber kommen und hungrig sind.«

Danach lädt der Morgel beide in dessen Wurzelhöhle ein. Diese liegt gut versteckt zwischen den Bäumen, hinter Gestrüpp und ist daher vor den Blicken Fremder geschützt. Nur wenige hatten jäh das Glück gehabt, eine Koboldhöhle zu sehen, geschweige dennoch einen Kobold darin.

»Puh … hier muss aber mal richtig gelüftet und aufgeräumt werden«, feigst Gunther der Specht, »… und ein wenig neue Farbe könntest du hier auch mal wieder an die Wände bringen.«
»Aufräumen? Farbe? … Das ist ja nett!«, erwidert Morgel, »… aber wenn ich mir es richtig überlege, eine gute Idee. Jedoch woher Farbe nehmen, wenn nicht stehlen? Da werde ich mal überlegen müssen, wie ich das bewerkstelligen kann.«

Nachdem der Morgel sein Waldkostüm übergezogen und mit seinen großen behaarten Füßen in die Latschen geschlüpft war, frühstücken alle zusammen auf der kleinen Terrasse vor der Höhle. Sie trinken Tee aus Kräutern, welche hier überall um den Teich zu finden sind und freuen sich über den schönen ruhigen Morgen. Der Tisch ist reich gedeckt mit Walderdbeeren und Heidelbeeren, mit frischem Sauerampfer, Eicheln und Bucheckern aus dem letzten Jahr und vielem anderen mehr.
Mittlerweile haben sich noch weitere Bewohner des Waldes hinzu gesellt, um am alltäglichen gemeinsamen Frühstück teilzunehmen. Das sind die beiden lustigen Eichhörnchenmännchen Tammy und Yammy, der grimmige Frosch Emerald, welcher gern ein Prinz sein möchte, der Waldhase Blacky mit seinem Zwinkertick und die dicke Kreuzspinne Esmeralda.

»Weißt du eigentlich schon, dass Herr Orgu-Telas der beste Geschichtenerzähler zwischen Ziegelberg und Finsterer Tanne ist?«, fragt Emerald der Frosch das Rehkitz, »Er kann von vielen Abenteuern berichten.«
»Ist das wahr?«, fragt das Rehkitz in Richtung Morgel nach, »… und kannst du jetzt sofort eine Geschichte erzählen?«
»Oh ja, erzähle uns eine Geschichte«, freuen sich Tammy und Yammy und flitzen dabei am Baum hoch und runter.
»Nun ja, das kann ich schon. Was möchtet ihr den hören?«, fragt der Morgel in die Runde, »… ach, da fällt mir gerade eine Geschichte zur letzten Renovierung meiner Höhle vor langer Zeit ein. Wie wäre es denn damit?«

Auf einmal wurde es sehr ruhig am Tisch und alle lauschen den Worten des Koboldes: »Ich nenne die Geschichte: „Morgel und die Abenteuer im U-Boot“.«
»Was ist ein U-Boot?«, fragt das Rehkitz verwundert nach.
»Warte es ab, sei nicht so ungeduldig. Du wirst es bald erfahren«, fährt der Morgel fort.

Morgelgeschichten - Eingang zum U-Boot

»Vor vielen, vielen Jahren war es an der Zeit, die Morgelhöhle von innen und außen neu anzustreichen. Alle meine damaligen Freundinnen und Freunde, die Luchs-Dame Lava, der Hund Antony vom Leinetal, der Fuchs Waldemar und ein kleiner Spatz namens Fridolin halfen mir dabei. Wir standen damals wie heute vor dem Problem, dass zwar Pinsel und Spachtel und alles was man so zum Malern braucht vorhanden war, aber keine frische Farbe.

Waldemar hatte allerdings einen Einfall, wo man Farbe herbekommen kann. Er stolperte nämlich vor einigen Wochen im Dunkeln über einige Farbdosen und holte sich dabei blaue Pfoten. Wir hatten viel Mühe damals, die Farbe wieder aus seinem schönen braunen Fell und von den weißen Pfoten zu waschen. Wir riefen ihn lange Zeit nur „Blaufuchs“. Zum Glück war die Farbe wasserlöslich.

Also machten wir uns kurzerhand auf den Weg, an diesem Ort nach den alten Farbdosen zu suchen. Was uns der Fuchs damals aber nicht gleich erzählte war, dass die Dosen verdammt schwer waren und wir ein Transportmittel brauchten. Wir mussten weit laufen, vorbei am Eichberg und Ziegelberg bis zur Kräuterwiese, vorbei an der „Sieben Buchenbank“ und mitten hinein in das Gebiet der Menschen.
Auf einem Schild stand „Am Erdfall“. Es war hell beleuchtet, immer wieder standen dort Laternen am Weg. Ich konnte mich zwar unsichtbar machen, aber die anderen mussten aufpassen, dass sie nicht gesehen werden… .«

Der Kobold hält auf einmal kurz inne, spitzt die Ohren, hebt den Zeigefinger und machte: »Pssst!«
Aus weiter Entfernung war am späten Vormittag plötzlich das Geschrei von Menschen zu hören. Es wurde schnell immer lauter. Unzählige lärmende Menschenkinder stürmten auf den Teich zu. Während einige von ihnen eher lautstark die im Wasser schwimmenden Fische und Frösche beobachteten, aßen andere Beeren oder kletterten auf den Bäumen herum.

»Oh je!«, sprang der Morgel auf und jammert los, »Jetzt werfen die sicher wieder überall ihren Müll hin und trampeln auf allem rum. Ich muss den Igel und die Spatzen benachrichtigen, damit wir dort wieder alles in Ordnung bringen können. Oh je, oh je … oh je, ich muss euch die Geschichte ein andermal weiter erzählen. Am besten morgen, kommt morgen Abend vor dem Schlafengehen wieder alle hierher, dann erzähle ich euch die U-Boot-Geschichte zu Ende.«

Er nimmt einen Stein und pocht immer wieder gegen den Baumstumpf. Für tierische Ohren ist das Pochen noch in weiter Ferne zu hören. Alle wissen dann, dass sie sich auf den Weg zur Wurzelhöhle machen sollen.
»Die werden Stunden brauchen, um hierher zu kommen«, sagt der Morgel, „bis dahin wird die Rasselbande sicher wieder weg sein.«
»Was sollen die hier tun?«, fragt das Rehkitz.
»Hierzulande sind die Igel des Waldes der Mülltrupp und die Spatzen die Waldpolizei«, antwortet der Specht.
»Für solche Dinge bin ich nicht geschaffen«, quackt der Frosch dazwischen und hüpft eilig davon.

Morgelgeschichten - Frosch Emerald

»Das Kitz und ich werden bis dahin ein paar Beeren und Kräuter für den morgigen Abend sammeln«, sagt Morgel. »Und du Specht, kannst mir ja ein oder zwei Belüftungslöcher in die Wurzelhöhle schlagen, damit es angenehmer riecht in Zukunft«, fügt er augenzwinkernd hinzu.
»Mach ich!«, ruft Gunter und schlägt sofort seinen Schnabel ins Holz.
»Auf meinem Weg zum Teich habe ich heute Morgen viele Beeren an den Sträuchern oben neben der Wiese gesehen. Lass uns dort sammeln gehen, dann kann ich auch meiner Mutter erzählen, wo ich war und dass ich neue Freunde getroffen habe«, sagt das Rehkitz, »dann kannst du sie auch kennen lernen, Morgel.«

Der Morgel setzt seine Brille und den Hut auf, bindet sich ein Gürtelseil um den Bauch und schnappt sich einen Wanderstock. Beide machen sich mit einem leeren Korb auf den Weg zum Hexenrasen, einer kleinen Lichtung oberhalb des Teiches. Unterwegs beobachten die beiden noch die Eichhörnchen Tammy und Yammy beim Fangenspielen und die Wildschweinbache Wilma mit ihren Frischlingen Ben, Ken und Molli, wie diese das Dickicht auf der Suche nach Futter durchstreifen und dabei gleich Unterricht erhalten.

Morgelgeschichten - Wildschweinbache Wilma mit ihren Frischlingen Ben, Ken und Molli

Leise flüstert Morgel dem Rehkitz zu: »Wenn ihr beiden hier in diesem Wald bleiben wollt, wirst du auch zur Schule gehen müssen.«
»Schule, was ist das?«, fragt das Kitz neugierig nach.
»Dort wirst du vom Lehrer Dachs unterrichtet. Er lehrt dir alles, was du für ein Leben hier im Wald brauchst«, sagt der Morgel, »hier erfährst du, was man Essen kann und was nicht, wo Gefahren lauern, wie man in einer Gemeinschaft füreinander sorgt und zusammenlebt und vieles andere mehr.«
»Das klingt gut, da freue ich mich schon drauf«, freut sich Rehkitz.

Der Korb war mittlerweile voller gesammelter Beeren und Kräuter, als der Nachmittag anbrach. Die Zeit verging für die beiden wie im Flug.

Plötzlich ist ein rascheln im Gestrüpp zu vernehmen. Mit einem hohen Sprung tritt stolz und mit erhobenem Kopf ein Fuchs hervor. Sein Schweif ist wunderschön anzusehen. Das Fell blitzt im Sonnenlicht. Das Kitz zuckt zusammen und versteckt sich so gut es geht hinter dem Kobold.

Morgelgeschichten - Fuchs Lothar

»Ach du bist es, Lothar«, ruft der Morgel erleichtert, »du hast uns ganz schön erschreckt!«
»Wen hast du denn da bei dir?«, fragt Lothar der Fuchs mit Blick auf das Kitz, »Na, neu hier? Ich habe dich noch nie hier gesehen. So allein unterwegs?«
»Ich bin ja auch noch da oder siehst du mich nicht«, ermahnt Morgel den Fuchs, »… und lass das Rehkitz in Ruhe, hörst du, das ist mein Freund, er steht ab sofort unter meinem persönlichen Schutz. Ist das klar!«
»Ist ja gut … gut«, erwidert der Fuchs. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht und mit hoher Stimme sagt er weiter, »… ich wollte euch nur ein wenig erschrecken. Ist ja so langweilig heute im Wald. Und klaro, wenn er dein Freund ist, tue ich ihm eben nichts. Ist ja eh nichts dran an dem Kleinen.«
»Das will ich dir auch raten«, ruft der Morgel zurück, »und lass auch seine Mutter in Ruhe. Die grast dort oben auf der Wiese.«

Der Fuchs zieht gelangweilt weiter und verschwindet im Unterholz.
»Komme doch morgen Abend zu meiner Höhle, dann kannst du meine Geschichte vom U-Boot mit anhören, hörst du?«, ruft der Morgel hinterher.
»Ja, ja!«, ist leiser werdend aus dem Gestrüpp von Lothar zu hören, »Gibt’s da auch was zu essen oder nur nasse Füße?«

»Dann lauf jetzt mal nach Hause zu deiner Mutter. Die wird sich sicher schon Sorgen machen und dich vermissen. Ihr könnt ja morgen Abend beide zusammen zu mir kommen, dann kann ich sie ja kennenlernen. Ich muss jetzt nämlich zurück zum Teich.«, sagt der Morgel zum Rehkitz und gab diesem noch den Rat mit auf den Weg, sich vor dem listigen Fuchs in Acht zu nehmen.

Morgelgeschichten - Spatzen Fridolin & Sparky

Als Morgel am Teich ankommt, ist die Aufräumaktion bereits voll im Gange. Der Igel namens Stachel sammelt den Müll und die Essensreste der Menschenkinder ein und bringt alles bis zum Mülleimer, welcher vor langer Zeit von Waldarbeitermenschen hier angebracht worden war. Die beiden Spatzen, Fridolin und Sparky, nehmen diesen mit ihren Schnäbeln auf und lassen die Müllstücke einzeln in den Eimer fallen.
»Ihr seid ja fast schon fertig mit dem Aufräumen«, freut sich der Kobold, »da habt ihr euch aber eine fette Belohnung verdient. Ich lade euch ein, morgen Abend meine Geschichte vom U-Boot mit anzuhören. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr alle kommt. Für Essen und Trinken ist bereits gesorgt.«
Dabei verweist er auf den vollen Korb in seiner Hand.
»So schlimm war es gar nicht, wie du es befürchtet hattest«, sagt der Igel, »die meisten Menschenkinder haben ihren Müll selbst zum Mülleimer gebracht.«
»So ist es!«, zwitschern die beiden Spatzen und flattern um den Hut des Koboldes herum.
»Und nun treten wir unseren Rückweg an und gehen schlafen«, sagt der Igel, »Tschüss alle zusammen.«

Morgelgeschichten - Stachel der Igel

Auch der Kobold spaziert glücklich und zufrieden nach Hause. Die Sonne war bereits am Untergehen und einige besonders helle Sterne funkeln schon am Himmel. Es war noch schön warm und ein leichter Wind auf der Haut zu spüren.

Bevor er einschlief, ließ Morgel alle Gedanken zum heute Erlebten noch einmal durch seinen Kopf wandern. Es wird sicher schön werden morgen, denkt er sich, wenn alle friedlich seiner Geschichte lauschen und nebenher nach Herzenslust schlemmen. So soll es sein.

Gute Nacht und schlaft recht schön!

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